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Kurzantwort Zyklus Anlass Anforderungen Umsetzung Abgrenzung Einstieg Fragen
Regulatorik und Frameworks

ISO 22301 umsetzen: von der Business Impact Analyse zum belastbaren Wiederanlauf

Ein Notfallplan im Ordner ist noch kein Nachweis. Belegbar wird Business Continuity erst, wenn geforderte und tatsächliche Wiederherstellungszeit gegenübergestellt sind. CRISAM® führt kritische Prozesse, Abhängigkeiten, Pläne und Übungen in einem Modell zusammen.

Stand: 23. September 2026

Demo vereinbaren Anforderungen ansehen
CRISAM®Beispielwerte
☰Risk AG/ BCMS
DASHBOARDS, BCMS Reifegrad
Business Impact Analyse
87 %
Wiederherstellungsstrategie
72 %
Pläne und Verfahren
66 %
Test und Übung
48 %
64Prozesse analysiert
17zeitkritisch
6Abweichung bei RTO
21offene Maßnahmen
Offene Abweichungen
AbweichungProzessEinstufungStatus
Wiederanlauf dauert länger als gefordertAuftragsabwicklunghochoffen
Kein Ausweichstandort für die FertigungProduktionmittelin Arbeit
Übung seit dem letzten Zyklus ausgebliebenRechenzentrummittelin Arbeit
Alarmierungskette dokumentiertKrisenstabgeringerledigt
Kurzantwort

Was ist ISO 22301?

ISO 22301 ist die internationale Norm für Business-Continuity-Managementsysteme. Sie gibt einen Rahmen vor, mit dem Organisationen ein dokumentiertes Managementsystem planen, aufbauen, betreiben, überwachen, bewerten, aufrechterhalten und verbessern, um sich gegen störende Ereignisse zu schützen, deren Wahrscheinlichkeit zu senken und die Wiederherstellung sicherzustellen. Sie ist zertifizierbar.

In Deutschland steht daneben der BSI-Standard 200-4. Er gibt eine praxisnahe Anleitung, um ein Business Continuity Management System aufzubauen, und enthält ein Mapping auf die ISO 22301:2019.

NormISO 22301:2019, zweite Ausgabe
VeröffentlichtOktober 2019
Deutscher RahmenBSI-Standard 200-4
ZertifizierungFreiwillig, zertifizierbar
Der Zyklus

Business Continuity ist kein Plan, sondern ein Kreislauf

Von der ersten Analyse bis zur laufenden Verbesserung. Was sich in der Übung nicht bewährt, fließt zurück in die Strategie.

Station 1

Analyse

Kritische Geschäftsprozesse, Ressourcen und Abhängigkeiten werden erfasst. Business Impact Analyse und Risikoanalyse bilden die Grundlage.

Station 2

Strategie

Aus der Analyse entsteht die Wiederherstellungsstrategie: Welcher Prozess muss wie schnell, mit welchen Mitteln und an welchem Ort wieder anlaufen?

Station 3

Umsetzung

Pläne, Verfahren, Verantwortlichkeiten und Ressourcen werden festgelegt und verfügbar gemacht, bevor der Ernstfall eintritt.

Station 4

Test und Übung

Der Plan wird praktisch erprobt, statt seine Wirksamkeit vorauszusetzen. Notfalltests und Übungen zeigen, ob die geforderten Zeiten erreichbar sind.

Station 5

Bewertung und Verbesserung

Ergebnisse aus Übungen, Audits und tatsächlichen Störungen fließen zurück. Der Zyklus beginnt mit aktualisierten Annahmen erneut.

Ändert sich ein Prozess, eine Abhängigkeit oder ein Dienstleister, beginnt der Zyklus für diesen Bereich erneut. Deshalb ist die Aktualität der Analyse wichtiger als der Umfang der Pläne.

Anlass

ISO 22301 ist freiwillig. Der Anlass kommt von außen

Die Norm selbst ist nicht verpflichtend. Zur Pflicht wird Business Continuity durch Regulatorik, Kundenanforderungen und Aufsicht.

Typische Auslöser

  • NIS2 verlangt Business Continuity und Backup-Management als einen der Maßnahmenbereiche
  • DORA verlangt von Finanzunternehmen, die digitale operationale Resilienz regelmäßig zu testen
  • Ein Kunde verlangt im Vertrag Nachweise über Ihre Wiederanlauffähigkeit
  • Eine Störung hat gezeigt, dass der Plan in der Praxis nicht funktioniert
  • Die Aufsicht oder die interne Revision fragt nach dokumentierten Tests
  • Der Konzern gibt ein einheitliches Vorgehen über alle Standorte vor

Die zwei zentralen Kennzahlen

Die geforderte Wiederherstellungszeit (RTO) gibt an, wie lange ein Prozess ausfallen darf. Der zulässige Datenverlust (RPO) gibt an, wie viele Daten im Ernstfall verloren gehen dürfen. Beide Werte werden in der Business Impact Analyse festgelegt und im Test überprüft. Entscheidend ist die Abweichung zwischen geforderten und tatsächlich erreichten Werten.

Warum die Abhängigkeiten zählen

Kein Prozess läuft isoliert wieder an. Er ist auf Anwendungen, Systeme, Standorte, Personen und Lieferanten angewiesen. Erst wenn diese Abhängigkeiten erfasst sind, lässt sich sagen, ob eine geforderte Zeit überhaupt erreichbar ist.

Der Nachweis entsteht in der Übung

Ob ein Plan funktioniert, zeigt erst der Test. Prüfer, Kunden und Aufsichtsbehörden erwarten nachvollziehbar dokumentierte Tests, Übungen und Verbesserungsmaßnahmen.

Anforderungen

Was ein BCMS leisten muss

Acht Bausteine, die aufeinander aufbauen. Ohne Analyse gibt es keine Strategie, ohne Übung keinen Nachweis.

Baustein Grundlage Was verlangt wird So bilden Sie es in CRISAM® ab
Kontext und Anwendungsbereich ISO 22301 Festlegen, welche Standorte, Organisationseinheiten und Prozesse das Managementsystem umfasst, und die Erwartungen interessierter Parteien erheben Kritische Geschäftsprozesse, Ressourcen und Abhängigkeiten werden zentral erfasst und miteinander verknüpft.
Führung und Leitlinie ISO 22301 Die oberste Leitung verantwortet das BCMS, gibt die Leitlinie vor und stellt Ressourcen und Verantwortlichkeiten bereit Strukturen, Verantwortlichkeiten und Workflows sind klar definiert. KPI-basierte Dashboards liefern die Entscheidungsgrundlage für die Leitung.
Business Impact Analyse ISO 22301, BSI 200-4 Je Prozess bestimmen, welche Folgen ein Ausfall hat, ab wann sie untragbar werden und welche Ressourcen für den Wiederanlauf nötig sind Business Impact Analysen und Risikoanalysen bilden die Grundlage für belastbare Wiederherstellungsstrategien. Abhängigkeiten sind direkt mit dem jeweiligen Prozess verknüpft.
Risikobeurteilung ISO 22301, BSI 200-4 Bedrohungen und Schwachstellen bewerten, die zu einer Unterbrechung führen können, und die Behandlung festlegen Risiken, Kontrollen, Maßnahmen und Tests werden gemeinsam gesteuert, statt in getrennten Ablagen geführt zu werden.
Wiederherstellungsstrategie mit RTO und RPO ISO 22301, BSI 200-4 Festlegen, wie schnell jeder zeitkritische Prozess wieder anlaufen muss und wie viel Datenverlust zulässig ist, und die Mittel dafür bereitstellen Identifizieren, bewerten und behandeln Sie Abweichungen zwischen geforderten und tatsächlichen Wiederherstellungszeiten strukturiert und nachvollziehbar.
Pläne und Verfahren ISO 22301, BSI 200-4 Dokumentierte Verfahren für Alarmierung, Krisenkommunikation, Notbetrieb und Wiederanlauf, mit benannten Verantwortlichen Vordefinierte Inhalte, Kontrollziele und Bewertungsgrundlagen für Aufbau und Betrieb eines BCMS stehen bereit, ergänzt um praxisorientierte Checklisten und Fragen-Sets.
Test und Übung ISO 22301, BSI 200-4 Die Pläne in geplanten Abständen erproben, die Ergebnisse auswerten und Abweichungen in Maßnahmen überführen CRISAM® unterstützt Audits, Notfalltests und Übungen und erleichtert die revisionssichere Nachweisführung gegenüber Prüfern, Kunden und weiteren Stakeholdern.
Bewertung, Audit und Verbesserung ISO 22301 Wirksamkeit messen, interne Audits durchführen, das System durch die Leitung bewerten lassen und fortlaufend verbessern Standardisierte Management- und Auditberichte und eine nachvollziehbare Dokumentation von Tests, Übungen und Verbesserungsmaßnahmen schaffen jederzeit Transparenz über Reifegrad, Status und Abweichungen.
Umsetzung

Ein BCMS aufbauen, Schritt für Schritt

Vom kritischen Prozess bis zum Nachweis für die Prüfung.

Jedem Prozess werden seine Abhängigkeiten zugeordnet: Anwendungen, Systeme, Standorte, Personen, Lieferanten. Ohne sie lässt sich keine Wiederanlaufzeit beurteilen.

CRISAM®Beispielwerte
✕Risk AG/ BCMS
ProzesseAnalyseAbweichungenMaßnahmenÜbungenBerichte
←Kritischen Prozess erfassen

Prozess und Abhängigkeiten

PROZESS
Auftragsabwicklung
ORGANISATIONSEINHEIT
Vertrieb und Logistik
GEFORDERTE ZEIT, RTO
4 Stunden
ZULÄSSIGER VERLUST, RPO
1 Stunde
ABHÄNGIGKEITEN
ERP, Lagerverwaltung, Standort Süd, Spedition
GRUNDLAGE
Business Impact Analyse, Zyklus 2026
BEGRÜNDUNG DER EINSTUFUNG
Lieferzusagen gegenüber Handelskunden, Vertragsstrafen ab dem zweiten Tag
VERANTWORTLICH
Leitung Logistik
ZULETZT GEPRÜFT
03.09.2026
Abhängigkeiten zuerst

Ein Prozess läuft nicht allein wieder an. Erst die Kette aus Anwendungen, Systemen, Standorten und Lieferanten zeigt, was erreichbar ist.

RTO und RPO gehören zusammen

Die geforderte Wiederherstellungszeit sagt, wie lange es dauern darf. Der zulässige Datenverlust sagt, wie viel Arbeit verloren gehen darf.

Die Begründung zählt im Audit

Warum ein Prozess als zeitkritisch gilt, muss nachvollziehbar sein, nicht nur die Einstufung selbst.

ErfassungWEITER

Die Business Impact Analyse zeigt, ab wann ein Ausfall kritisch wird, und zwar je Prozess und Zeitfenster statt als Gesamteinschätzung.

CRISAM®Beispielwerte
☰Risk AG/ BCMS
64Prozesse analysiert
17zeitkritisch
4mit RTO unter 4 Stunden
9Analyse offen
BUSINESS IMPACT ANALYSE, Schadensverlauf je Zeitfenster
Prozess1 Stunde4 Stunden1 Tag3 Tage1 WocheRTO
Auftragsabwicklunggeringmittelhochsehr hochsehr hoch4 h
Produktion Standort Südkeinergeringmittelhochsehr hoch24 h
Kundenservicegeringgeringmittelmittelhoch24 h
Lohnabrechnungkeinerkeinerkeinergeringmittel1 Woche
Marketing und Kommunikationkeinerkeinerkeinerkeinergering2 Wochen
Verteilung der geforderten Wiederherstellungszeiten
Bis 4 hBis 24 hBis 3 TageBis 1 WocheDarüber

Gefordertes und heute Erreichtes stehen direkt nebeneinander. An der Abweichung dazwischen setzen die Maßnahmen an.

CRISAM®Beispielwerte
☰Risk AG/ BCMS
ABWEICHUNGEN, Gefordert gegen tatsächlich
ProzessRTO gefordertRTO tatsächlichRPO gefordertUrsacheEinstufung
Auftragsabwicklung4 h11 h1 hKein Ausweichsystem für das ERPhoch
Produktion Standort Süd24 h72 h4 hKein Ausweichstandorthoch
Rechenzentrum2 h5 h1 hWiederanlauf nicht geübtmittel
Kundenservice24 h26 h8 hTelefonie hängt an einem Anbietergering
Lohnabrechnung1 Woche3 Tage1 Tagkeine Abweichungkeine
Erfüllung der geforderten Zeiten je Bereich
Verwaltung
91 %
Kundenservice
78 %
IT-Betrieb
64 %
Produktion und Logistik
52 %
Abweichungen nach Schwere
Sehr hochHochMittelGeringKeine

Aus jeder Abweichung entsteht eine Maßnahme mit Verantwortlichem und Termin. Der Fortschritt fließt in dieselbe Auswertung zurück, aus der die Abweichung stammt.

CRISAM®Beispielwerte
☰Risk AG/ BCMS
+Neue Maßnahme
FILTERNSORTIERENBCMSOFFEN
Alarmierungskette beschlossen und verteiltKrisenstab
PläneGeschäftsführungerledigt
Business Impact Analyse für Vertrieb abgeschlossenAuftragsabwicklung
AnalyseLogistikerledigt
Ausweichsystem für das ERP beschaffenAuftragsabwicklung
StrategieIT-Betrieb31.12.2026
Wiederanlauf des Rechenzentrums übenRechenzentrum
TestIT-Betrieb30.11.2026
Zweiten Telefonieanbieter anbindenKundenservice
StrategieIT-Betrieb28.02.2027
Ausweichfertigung mit Standort Nord abstimmenProduktion Süd
StrategieProduktion30.06.2027
Notbetriebsverfahren für die Logistik schreibenAuftragsabwicklung
PläneLogistik31.03.2027
Lieferanten nach ihrer Wiederanlauffähigkeit befragenLieferkette
AnalyseEinkauf31.01.2027
123›

Erst die Auswertung macht eine Übung zum Nachweis. Umfang, Beteiligte, Ergebnis und die abgeleiteten Maßnahmen werden direkt am geprüften Plan dokumentiert.

CRISAM®Beispielwerte
☰Risk AG/ BCMS
11Tests und Übungen
7Ziel erreicht
3Ziel verfehlt
14Maßnahmen daraus
TESTS UND ÜBUNGEN, Auswertung
ÜbungArtUmfangZielErgebnisMaßnahmen
Ausfall ERPPlanbesprechungVertrieb, ITRTO 4 hverfehlt, 11 h3
Wiederanlauf RechenzentrumTechnischer TestIT-BetriebRTO 2 hverfehlt, 5 h2
Alarmierung KrisenstabUnangekündigtLeitung30 Minutenerreicht1
Ausfall TelefoniePlanbesprechungKundenserviceRTO 24 herreicht2
Evakuierung Standort SüdVollübungAlleVollständigkeiterreicht1
Ausfall SpeditionPlanbesprechungLogistik, EinkaufRTO 24 hteilweise2
Offene Punkte aus den Übungen
ÜbungOffener PunktVerantwortlich
Ausfall ERPKein Ausweichsystem, Zielzeit nicht erreichbarIT-Betrieb
Ausfall SpeditionErsatzdienstleister nicht vertraglich gebundenEinkauf

Am Ende steht der Bericht, der Reifegrad, Abweichungen und geübte Pläne gegenüberstellt. Dieselbe Grundlage dient für Audit, Kundenanfrage und Aufsichtsgespräch.

CRISAM®Beispielwerte
☰Risk AG/ BCMS
BCMS-BerichtStand 3. Quartal 2026
Business Impact Analyse
Wiederherstellungsstrategie
Pläne und Verfahren
Test und Übung
geforderterreicht
NachweisInhaltStandVerantwortlichStatus
Leitlinie Business ContinuityFreigabe durch die Leitung16.02.2026Geschäftsführungvollständig
Business Impact Analyse64 Prozesse, 17 zeitkritisch03.09.2026BCMvollständig
WiederherstellungsstrategieJe zeitkritischem Prozessin ÜberarbeitungBCMteilweise
Notbetriebs- und Wiederanlaufpläne12 von 17 Prozessen12.08.2026Fachbereicheteilweise
Übungsprotokolle11 Tests und Übungen15.09.2026BCMin Prüfung
ManagementbewertungBewertung des BCMSgeplant 02/2027Geschäftsführungoffen
Geschäftsführung und Krisenstab

Leitlinie, Ressourcen, Entscheidung im Ernstfall, Managementbewertung.

BCM-Verantwortliche

Business Impact Analyse, Strategie, Pläne, Übungsplanung und Auswertung.

IT-Betrieb

Wiederanlauf von Systemen, technische Tests, Ausweichlösungen.

Fachbereiche und Einkauf

Notbetriebsverfahren, Abhängigkeiten, Wiederanlauffähigkeit der Lieferanten.

Multi-Compliance

Einmal erheben, mehrfach nutzen

CRISAM® betrachtet Business Continuity nicht isoliert, sondern als Bestandteil eines integrierten Managementsystems. Risiken, Kontrollen, Maßnahmen und Tests werden gemeinsam gesteuert.

ISO 22301 und BSI 200-4 nebeneinander

CRISAM® unterstützt beide Standards und stellt praxisorientierte Checklisten und Fragen-Sets zur Verfügung.

Der Nachweis, den NIS2 und DORA verlangen

NIS2 nennt Business Continuity und Backup-Management als Maßnahmenbereich, DORA verlangt regelmäßige Tests der digitalen operationalen Resilienz. Für beide nutzen Sie dieselben Analysen.

Vordefinierte Inhalte statt leerer Vorlagen

Kontrollziele und Bewertungsgrundlagen für Aufbau und Betrieb eines BCMS sind enthalten, ergänzt durch regelmäßige Inhaltsaktualisierungen.

Ein Setup für mehrere Disziplinen

Durch die Integration in angrenzende Managementsysteme wie ISMS, Risikomanagement oder IKS entsteht ein gemeinsames Modell statt dreier Ablagen. Wie CRISAM® BCM abbildet, steht unter Business Continuity Management.

Abgrenzung

ISO 22301 und BSI-Standard 200-4

Beide beschreiben ein Business Continuity Management System, aber mit unterschiedlichem Anspruch. ISO 22301 ist eine internationale Norm und zertifizierbar. Der BSI-Standard 200-4 gibt eine praxisnahe Anleitung, um ein BCMS in der eigenen Institution aufzubauen und zu etablieren, und stellt ein Mapping auf die ISO 22301:2019 bereit, um die Kompatibilität aufzuzeigen. Die beiden Standards schließen sich also nicht aus.

Kriterium ISO 22301 BSI-Standard 200-4
Herausgeber Internationale Organisation für Normung Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
Ausgabe ISO 22301:2019, zweite Ausgabe, Oktober 2019 Modernisierte Fassung, als Dokument beim BSI abrufbar
Charakter Anforderungsnorm, zertifizierbar Anleitung mit Stufenmodell, nicht eigenständig zertifizierbar
Einstieg Das vollständige Managementsystem von Anfang an Drei Stufen: Reaktiv-BCMS, Aufbau-BCMS und Standard-BCMS
Verhältnis zueinander Der internationale Bezugspunkt Der Anforderungskatalog enthält ein Mapping auf die ISO 22301:2019
Typischer Anlass Kunden, Ausschreibungen, internationale Konzernvorgaben Öffentliche Auftraggeber, Verwaltung, Nähe zum IT-Grundschutz
Abbildung in CRISAM® BCMS Knowledge Pack mit Kontrollzielen und Bewertungsgrundlagen Dieselben Inhalte, zusätzlich auf den BSI-Standard bezogen

Welcher Weg passt

Wer aus dem IT-Grundschutz kommt, findet im BSI-Standard 200-4 die vertraute Systematik und kann über die Stufen einsteigen. Wer international nachweisen muss, braucht die Zertifizierung nach ISO 22301. In beiden Fällen bleiben Business Impact Analyse, Abhängigkeiten und Übungen dieselben. Eine Übersicht aller Regelwerke, die CRISAM® abdeckt, finden Sie unter Normen und Standards.

Der Einstieg

So starten Sie mit CRISAM®

Der erste Schritt hängt davon ab, wo Sie heute stehen.

Ausgangslage A

Es gibt Notfallpläne, aber keine Analyse

Dann beginnen Sie mit der Business Impact Analyse. Erst wenn kritische Prozesse, Ressourcen und Abhängigkeiten erfasst sind, lässt sich sagen, ob die vorhandenen Pläne zu den geforderten Zeiten passen.

Ausgangslage B

Die Analyse liegt vor, die Abweichungen sind unklar

Dann steht die Gegenüberstellung im Mittelpunkt. Geforderte und tatsächliche Wiederherstellungszeiten stehen nebeneinander, die Abweichung wird bewertet und in Maßnahmen überführt.

Ausgangslage C

Sie führen bereits ein ISMS in CRISAM®

Dann ergänzen Sie Business Continuity, ohne ein zweites System einzuführen. Prozesse, Assets und Risiken sind bereits modelliert, die BCM-Sicht baut darauf auf.

Sie benötigen dafür die CRISAM® GRC Plattform, das CRISAM® BCMS Modul und das BCMS Knowledge Pack. In der Demo besprechen wir Ihre Ausgangslage und zeigen, was davon bei Ihnen bereits vorhanden ist.

Demo vereinbaren
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu ISO 22301

  • ISO 22301 ist die internationale Norm für Business-Continuity-Managementsysteme. Sie gibt einen Rahmen vor, mit dem Organisationen ein dokumentiertes Managementsystem planen, aufbauen, betreiben, überwachen, bewerten, aufrechterhalten und verbessern, um sich gegen störende Ereignisse zu schützen, deren Wahrscheinlichkeit zu senken und die Wiederherstellung sicherzustellen. Sie ist zertifizierbar.

  • Gültig ist ISO 22301:2019, die zweite Ausgabe, veröffentlicht im Oktober 2019. In Deutschland steht daneben der BSI-Standard 200-4, der eine praxisnahe Anleitung zum Aufbau eines Business Continuity Management Systems gibt.

  • Beide beschreiben ein Business Continuity Management System, aber mit unterschiedlichem Anspruch. ISO 22301 ist eine internationale Norm und zertifizierbar. Der BSI-Standard 200-4 gibt eine praxisnahe Anleitung, um ein BCMS in der eigenen Institution aufzubauen und zu etablieren, und stellt ein Mapping auf die ISO 22301:2019 bereit, um die Kompatibilität aufzuzeigen. Die beiden Standards schließen sich also nicht aus.

  • Die Business Impact Analyse bestimmt je Prozess, welche Folgen ein Ausfall hat, ab wann diese Folgen untragbar werden und welche Ressourcen für den Wiederanlauf nötig sind. Sie ist die Grundlage für die Wiederherstellungsstrategie. In CRISAM® werden kritische Geschäftsprozesse, Ressourcen und Abhängigkeiten zentral erfasst, Business Impact Analysen und Risikoanalysen bilden die Grundlage für belastbare Wiederherstellungsstrategien.

  • Die geforderte Wiederherstellungszeit (RTO) gibt an, wie lange ein Prozess ausfallen darf. Der zulässige Datenverlust (RPO) gibt an, wie viele Daten im Ernstfall verloren gehen dürfen. Beide Werte werden in der Business Impact Analyse festgelegt und im Test überprüft. Entscheidend ist die Abweichung zwischen geforderten und tatsächlich erreichten Werten.

  • NIS2 nennt Business Continuity und Backup-Management als einen der Maßnahmenbereiche nach dem Stand der Technik. DORA verlangt von Finanzunternehmen, die digitale operationale Resilienz regelmäßig zu testen. Dazu kommen Anforderungen aus Kundenverträgen und von Aufsichtsbehörden. ISO 22301 selbst ist freiwillig, wird aber häufig als Nachweis verlangt.

  • Entscheidend ist, ob Analyse, Pläne, Übungen und Nachweise in einem gemeinsamen Modell verknüpft sind. CRISAM® erfasst kritische Prozesse, Ressourcen und Abhängigkeiten zentral, stellt vordefinierte Inhalte, Kontrollziele und Bewertungsgrundlagen bereit, unterstützt relevante Standards wie ISO 22301 und BSI 200-4 und liefert standardisierte Berichte sowie KPI-basierte Dashboards zu Reifegrad, Status und Abweichungen.

  • Durch die Dokumentation von Umfang, Beteiligten, Zielzeit, Ergebnis und den daraus abgeleiteten Maßnahmen. CRISAM® unterstützt Audits, Notfalltests und Übungen und erleichtert die revisionssichere Nachweisführung gegenüber Prüfern, Kunden und weiteren Stakeholdern. Eine Übung ohne Auswertung ist kein Nachweis.

Belege

Quellen und Stand

Die Angaben zur Norm und zum BSI-Standard auf dieser Seite stammen aus den folgenden Quellen.

  • ISO, ISO 22301:2019, zweite Ausgabe, Veröffentlichung Oktober 2019Norm
  • Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, BSI-Standard 200-4, Business Continuity ManagementDeutschland
  • BSI, Übersicht der BSI-Standards 200-1 bis 200-4Einordnung
  • Richtlinie (EU) 2022/2555, NIS2, Business Continuity als MaßnahmenbereichRegulatorik

Die Angaben geben den Stand der genannten Quellen zum oben angeführten Prüfstand wieder.

Nächster Schritt

Pläne sind vorhanden. Entscheidend ist, ob sie erprobt sind.

In der Demo gehen wir Ihren Fall durch: kritische Prozesse, Business Impact Analyse, die Abweichung zwischen geforderten und tatsächlichen Wiederherstellungszeiten und den abschließenden Bericht.

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